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Der Rechenpfennig!
Ein Fund für die Museumssammlung

Was ist an Pfennigen, den kleinen Geldstücken mit geringem Wert, die sich zumeist in unseren Portemonnaies und Hosentaschen ansammeln, wirklich praktisch? Dass wir sie ab und zu auch verlieren! Dieser Pfennig kam seinem Besitzer vor mehr als 400 Jahren abhanden und fand sich bei unserer Grabung im März 2019 wieder.

Daneben stießen die Archäologen um Frank Lorscheider und das Museumsteam auf die Reste zweier Stützmauern, den Zugang zur unteren Kasematte und eine schier unglaubliche Anzahl an Scherben und Schlachtabfällen. Natürlich können die Archäologen schon anhand der Scherben eine Datierung vornehmen. Noch genauer hat man es allerdings, wenn seinerzeit dem Küchenjungen, der gerade die oben genannten frischen Schlachtabfälle im Festungsgraben entsorgte, eine kleine Münze aus der Hosentasche gefallen ist. Und vielleicht hat sich der Pfennigverlust ja genau so abgespielt.

An dieser Stelle bedankt sich das Museumsteam ganz herzlich bei Michael Gottwald von hessenArchäologie! Er hat mit Hilfe einer Metallsonde nicht nur einen Fensterbeschlag, eine Kanonenkugel, Bronzeknöpfe und noch viele weitere Objekten aus Metall aus dem Erdreich hervorgezaubert, sondern auch diesen Rechenpfennig! Und das kleine Geldstück aus Messing bestätigt die anhand der Keramikscherben vorgenommene Datierung der Archäologen.

Es handelt sich um einen sogenannten Apfelpfennig. Er zeigt auf der Vorderseite einen Reichsapfel im Dreipass und ist beschriftet mit „AN GOTES SEGEN IST ALES G[ELEGEN]“. Die Rückseite ist mit drei Kronen und drei Lilien bebildert, das Bild mit dem Schriftzug „WULF LAUFER IN NURMBERG“ umrandet. Somit wissen wir nach kurzer Recherche: Geprägt wurde der Pfennig von Münzmeister Wulf Lauffer (1554-1601) in Nürnberg. Ein Vergleichsobjekt findet sich in der Datenbank des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Und wer wissen möchte, was es mit den Rechenpfennigen generell auf sich hatte, der kann diesem Rätsel in der Abteilung „Ortszeit“ der Dauerausstellung nachgehen.