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„Acht Stunden sind genug!“
„Acht Stunden sind genug!“

Die Forderung nach Arbeitszeitbegrenzung und Achtstundentag ist eine der ältesten und wichtigsten Forderungen der Arbeiterbewegung. Im Sozialdemokratischen Liederbuch von 1891 findet sich die Achtstunden-Marseillaise von Ernst Klaar, die – gesungen auf die Melodie der Marseillaise – dieser Forderung gesanglich Nachdruck verleiht. Der Rüsselsheimer Volkschor, Nachfolgeverein des Arbeitergesangvereins „Vorwärts“, hat das vierstimmig gesetzte Lied in einigen Wochen für das Museum einstudiert. Vor einigen Tagen war es nun so weit: Am 27. August kam der Chor zur Aufnahme in den Südflügel, wo an einer Hörstation das Lied in Zukunft in der Ausstellung zu hören sein wird. Und siehe da: schon beim ersten Versuch blieben keine Wünsche offen. Da – wie in solchen Fällen üblich – an dieser Stelle allerdings die Technik versagte, war noch ein zweiter Versuch nötig, den der Chor mit gleicher Bravour bestand. Herzlichen Dank, liebe Sängerinnen und liebe Sänger!

Ein Kommentar zu „Acht Stunden sind genug!“

  1. Clemens Benkel schreibt:

    “Nur das Künstler-Individuum, das seiner Zeit Schwierigkeiten bereitete, hat die Zeiten und seine Zeit überlebt und überdauert”. So der Maler und Bildhauer Prof. Markus Lüpertz.
    Um mit Prof. Lüpertz’ Worten und Gedanken weiter sprechen zu dürfen, hat die “Achtstunden-Marseillaise” des Textdichters Ernst Klaar auf die berühmte vierstimmig bearbeitete Melodie des frz. Revolutionskomponisten Rouget de Lisle im Sozialdemokratischen Liederbuch von 1891, ein Jahr nach Aufhebung der repressiven “Sozialistengesetze” im Dt. Kaiserreich, ihren Kunstaspruch nie verlassen: Durch die kunstvolle vierstimmige Bearbeitung der Marseillaise-Melodie macht die “Achtstunden-Marseillaise” wesentlich mehr als lediglich die politische Botschaft Ernst Klaars zu illustrieren. Die politische Botschaft macht die Qualität der Kunst in keiner Weise überflüssig. Im Gegenteil: Durch die kunstvolle vierstimmige Bearbeitung der Marseillaise-Melodie kommt es zu einer eigenständigen Versöhnung der Qualität der Kunst mit dem politischen Inhalt des Textes. Der Welt bleibt mit der “Arbeitermarseillaise” ein Kunstwerk erhalten!

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